Brief an die Gemeinde zum Osterfest 2020

Österliche Freude: Jesus - ER lebt

 

Liebe Gemeinde!

Die meisten von uns mögen Kerzen. Kerzen erzeugen Stimmung. Ihr flackerndes, mildes Licht tut uns wohler als das gleißende, schwankungsfreie, technische Licht. Kerzen gehören zum Festtag. Sie schmücken den Tisch und signalisieren den besonderen Anlass. Kerzen gehören natürlich auch zum Gottesdienst. Eine Andacht, eine liturgische Feier ohne Kerzen wäre unvorstellbar. Und erst recht in der Osterzeit. Osternacht ohne Osterkerze, die die Dunkelheit unserer Kirche erleuchten? Nein, das geht nicht! Sie steht im Vordergrund der Liturgie und erleuchtet unsere Gottesdienste durch das ganze Jahr.

In diesem Jahr ist es natürlich alles anders, wir müssen, liturgisch gesehen, auf vieles verzichten. Trotzdem wollen wir feiern! Wir feiern dieses Fest mit unseren Kerzen, die wir zu Hause an Ostern anzünden.

Ostern ist ohne Zweifel das höchste Fest des kirchlichen Jahres. Ostern berührt den Kern unseres Glaubens. Außenstehende verstehen oft nicht recht, was das Osterfest beinhaltet. Bei Weihnachten ist das anders. Ostern hat nichts so Süßes wie das Christkind. Man spricht heute vom leeren Grab. Außenstehende können damit wenig anfangen. Uns aber sagt es, dass das Leben den Tod überwindet. Es ist eine unvorstellbar gute Botschaft. Wir leben nicht umsonst. Unser Leben hat wirklich einen Sinn. Das ist eine Botschaft, die man einfach feiern muss und das tun wir heute.

Mit Ostern verbinden wir viele Bräuche und Traditionen. Am Karsamstag oder zu Feier der Osternacht werden die Speisen gesegnet. Zahlreiche Gläubige bringen einen Korb mit Osterspeisen zur Segnung. Sie enthalten meistens Schinken, Würste, Eier, Salz, Obst, ein Osterbrot u.a. Die Körbe sind mit schönen Tüchern zugedeckt. „An Gottes Segen ist alles gelegen!“ sagt der Volksmund. Segnen bedeutet „Gutes zusagen“, ein gutes Wort sagen. Wenn wir um den Segen Gottes beten bzw. wenn der Segen gespendet wird, drückt er das gläubige Vertrauen aus: Gott ist dem Menschen gut und wohlgesinnt. Ich möchte Sie einladen, die Speisen selbst zu segnen. Sie können das mit folgendem Gebet tun:

Segensgebet

Herr, du bist nach deiner Auferstehung deinen Jüngern erschienen und hast mit ihnen gegessen. Du hast auch uns zu deinem Tisch eingeladen und das Ostermahl mit uns gefeiert. Segne uns und + diese österlichen Speisen, besonders das Brot, die Eier und das Fleisch und sei auch beim österlichen Mahl in unseren Wohnungen unter uns gegenwärtig. Lass uns wachsen in der geschwisterlichen Liebe und in österlicher Freude und versammle uns einst alle zu deinem ewigen Ostermahl, der du lebst und herrschest in Ewigkeit. Amen.

Trotzt der schwierigen Zeiten wünsche ich Ihnen und allen, die zu Ihnen gehören, diese österliche Freude: Jesus - ER lebt - und dieses Leben möchte Gott auch uns schenken.

 

 

Ihr Pfarrer Drabik